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Neo-Tokyo-Times vom 2.August 2150

Aufnahme der Verhandlungen mit der ISAF
Heute begrüßte der Premier Farlun das Leitungsgremium der ISAF in Neo-Tokyo. Damit fiel der Startschuss für die Aufnahmeverhandlungen von Neo-Tokyo. Letzte Woche hatte das Parlament entschieden, die Beitrittsverhandlungen anlaufen zu lassen. Die ISAF arbeitete schon lange eng mit dem Stadtstaat zusammen und schon oft wurde über den Beitritt von Neo-Tokyo debattiert, doch bisher war immer das Parlament dagegen, doch durch die steigende Bedrohung von außen hatten auch die Abgeordneten ihre Meinung geändert. Sollten die Verhandlungen gelingen, würde die letzte Freihandelszone und der letzte völlig neutrale Staat verschwinden. Die drei Staatenverbindungen Allianz, ISAF und das nördliche Königreich haben seit 30 Jahren immer mehr an Einfluss gewonnen und immer mehr Staaten hatten sich den Verbindungen angeschlossen.
Der Premier hatte sich auf jeden Fall freudig über die Ankunft der Abgesandten gefreut und hatte der Bevölkerung versichert, das er das beste für die Stadt herausholen würde. Kurz nach der Ankunft der ISAF-Abgesandten gingen Drohungen beim Parlament ein, die anscheinend vom Fight Club kamen, diese Informationen sind jedoch noch nicht offiziell bestätigt.

Kapitel 1 - New Generation

Hellblauer Himmel. Gleisende Sonne. Grüne Bäume. Tiefblauer See. Saftiges Gras.
Sie atmete tief durch, frische Luft füllte die Lungen. Sie schlug die Augen auf, man hörte einen Klingelton. Sie griff zum Ohr:

Ja?“
„Hey, Ashe! Wo bist du, hast du vergessen, dass wir heute wo hinwollten?“
„Oh, tut mir leid, habs vergessen. Ich bin gleich da!“
„Gut, bis gleich.“

Sie stand auf und ging aus dieser pulsierenden Natur in den grauen Alltag. Riesige Wolkenkratzer erhoben sich rund um sie, Menschenmassen strömten über die Gehsteige und überall blitzte Blech und Glamour. „

Dort wo das Individuum verschwindet!“, murmelte Ashe vor sich hin, während sie auf ein rotes Motorrad stieg. Sie rückte den Spiegel zurecht und sah ein schwarzes Auto rund 10 Meter hinter ihr stehen. Anzugträger sassen drinnen, gespannt beobachteten sie was auf der Strasse. „Wann geben sies endlich auf? Na wenn sie nicht freiwillig aufgeben, werd ich halt mir einen Spass machen!“, sagte sie vor sich hin und ein Grinsen meißelte sich in ihr Gesicht. Sie steckte eine ID-Karte in einen Schlitz und der Motor heulte auf. Sie drehte einmal kurz am Gas und schon beschleunigte sie auf mehr als das Limit. Der Wagen startete gleichzeitig mit ihr und folgte ihr. Sie fuhren die 44th Avenue entlang Richtung Westen.
Ashe beschleunigte nochmals und überholte einige Autos, doch die Verfolger blieben hinter ihr. Plötzlich machte sie eine Vollbremsung und bog in eine andere Strasse ein. Das Auto kam gerade noch hinterher, fast wäre es in den Gegenverkehr gerast. Sie hatte viel Abstand zwischen sich und die Verfolger gebracht, aber ihr Glück vermasselte es mal wieder. Eine Baustelle war rund 50 Meter vor ihr, sie erstreckte sich über die ganze Strasse. „
Mist, ich muss sie abhängen, sonst kann ich das heute Abend abschreiben!“, dachte sie sich und sah schon ihre Chance.
Ein paar Bretter lehnten am Straßenrand auf ein Gerüst Richtung Baustelle. Sie drehte nochmals heftig am Gas und steuerte auf die Bretter zu. Die Räder berührten das Holz, man hörte ein Knacken und Splittern, aber sie hielten das Gewicht. Mit einem irren Tempo schoss es sie hinaus, unter sich Menschen, Gruben und riesige Baumaschinen. Knapp 15 Meter flog sie und eine saubere Landung ermöglichte ihr, endlich die Verfolger abzuschütteln, die aus dem Wagen ausgestiegen waren und nur Kopfschüttelnd in der Ferne verschwanden.

Geschrei war hinter der Tür zu hören als Ashe mit einem großgewachsenen Mann auftauchte. Der Türsteher schaute nur aus den Augenwinkeln die beiden an, als er die Tür aufmachte. Ihnen kam Gestank von Zigaretten, Alkohol und Blut entgegen. Auf der Innenseite der Tür war eine Gravur eingelassen: FC!
Ashe ging bedächtig durch die Menschenmassen und mehrere Leute blickten ihr erstaunt nach. Sie kam zu einem Typen, der wahrscheinlich mehr Zähne als Baby hatte als jetzt und sprach ihn kalt an: „

Gibts Herausforderer?“ Er grinste nur mit seinem lückenhaften Mund und zeigte in die linke Ecke des Raumes. Ein Mann mit riesigen Muskelpaketen, einer beeindruckenden Größe und einer Glatze stand dort und blickte böse in den Raum. Ashe nickte nur und ging Richtung Mitte des Raumes. Man sah eingetrocknetes Blut am Boden kleben und sogar ein Zahn lag noch da, wahrscheinlich vom letzten Kampf.
Der muskulöse Mann begab sich ebenfalls in die Mitte des Raumes und die umstehenden schlossen einen Kreis um die beiden. Die Kontrahenten sahen sich an. Der Mann fletschte seine Zähne und stürmte auf Ashe zu. Er hohlte aus und wollte ihr Gesicht zertrümmern, aber sie tauchte blitzschnell ab. Sie gab ihm einen Schlag in die Magengrube und er ging etwas zurück. Sie grinste leicht: „
Schiss, oder wieso greifst du nicht mehr an? Wenn du nichts machst, muss ich wohl was machen!“ Sie ging bedächtig auf den Mann zu, der einen Kick machte, doch sie sprang ganz einfach in die Luft. Er holte aus und wollte sie in der Luft treffen, aber sie federte sich mit einer Hand am Boden ab und stieß ihm ins Gesicht. Nun schien er endgültig genug zu haben: Seine Birne lief rot an, Blut tropfte aus seiner Nase und er schlug ihr genau auf den Brustkorb. Seine Augen wurden immer größer, als er nach unten blickte: Sie hielt seine Hand einfach fest! Er rüttelte, doch sie lies nicht los. Kurzerhand trat sie ihm zwischen die Beine und er brach wimmernd zusammen. Sie blickte noch kurz in die Runde, alle wichen beängstigt zurück. Bis sie sich zu ihrem Freund an die Bar setzte: „Weicheier!“ „Nicht umsonst nennt man dich hier Demon. Wieso ich heute Abend mitgekommen bin, will ich dir endlich sagen: Rede mit mir!“, sagte der junge Mann, Mitte 20.
Er schaute die Schwarzhaarige tief in ihre grünen Augen. „
Was denn, ich rede eh mit dir.“, antwortete sie kühl und sah wieder auf ihren Drink. „Du weißt was ich meine, du redest seit diesem Tag immer weniger und du hast diese komischen Fights angefangen. Du kannst dich nicht ewig vor den Tatsachen verstecken.“, erklärte er ihr, doch sie blickte ihn nur an. „Was erwartest du von mir Geru? Dass ich mit dir über meine verkorkste Familiensituation rede? Ganz sicher nicht, ich bin kein Weichei und außerdem bist du nicht mein Freund!“, sagte sie und nun verstummte Geru vollends. Sie sassen noch 3 Stunden so schweigend nebeneinander bis sie beschlossen, endlich nach Hause zu fahren.

Sie fuhren den nördlichen Highway entlang, doch irgendwas war seltsam, so kam es zumindest Ashe vor. Ein Auto folgte ihnen seit sie von der Untergrundbar losgefahren sind und diesmal waren es nicht die Schlipsträger. Auf einmal fuhr das Auto auf gleiche Höhe mit dem Motorrad. Das hintere Fenster wurde langsam runtergelassen und zum Vorschein kam ein Maschinengewehr.

Shit!“, schrie Ashe. Sie machte eine Vollbremsung und die Kugeln schossen knapp vor ihnen vorbei. Sie griff zur rechten Seite ihres Motorrads und zog ein Schwert hervor. Nun gab sie wieder Gas und zog an dem Wagen vorbei, ihr Schwert ausgestreckt.
Der Wagen wurde zur Hälfte aufgeschlitzt und von innen hörte man zwei Schreie, die gleich wieder verstummten. Nun gab sie Vollgas und wollte davonfahren, aber ein Typ zielte durch die Windschutzscheibe und traf genau das Hinterrad. Die beiden wurden im wahrsten Sinne des Wortes aus den Sitzen katapultiert und hinter ihnen überschlug sich das Motorrad, das in den Wagen flog und mit diesem in einem riesigen Feuerball unterging. Beide schlugen hart auf und rollten noch einige Meter bevor sie liegen blieben und das Bewusstsein verloren.

Ashe hörte etwas, es hörte sich wie ein Piepen an. Sie hatte Kopfschmerzen, das merkte sie, ohne die Augen aufzumachen und eigentlich dachte sie sich, alles wäre nur ein Traum gewesen und schlug die Augen auf. Sie wurde geblendet von der aufgehenden Sonne, die in das Krankenzimmer schien. Sie schaute sich um: Das Zimmer war sauber gehalten, das meiste in weiß. Sie atmete tief durch und schaute aus dem Fenster.
Die Sonne blendete nun nicht mehr so extrem, sie war hinter dem Squall Strife Corporation Tower verschwunden. Ashe dachte nochmals an gestern Abend und plötzlich überrollten sie die Fragen: Wer waren die Leute? Was wollten sie von ihr? Oder wollten sie was von Geru? Woher haben sie Schusswaffen, die sind in Neo-Tokyo doch verboten?
Sie merkte gar nicht wie ein Typ in weißem Mantel das Zimmer betrat.
Der Doktor merkte, dass sie abgelenkt war und räusperte sich kurz. Sie schreckte kurz hoch und erkannte einen Mann, etwas älter als sie vielleicht, braune Haare, schlank, vielleicht etwas kleiner als sie. Er näherte sich ihr und fing an zu sprechen: „

Guten Morgen Frau Strife. Ich hoffe sie haben gut geschlafen. Mein Name ist Dr. Kebab!“ Der Name schoss Ashe durch den Kopf und sie antwortete ihm: „Bitte nennen Sie mich Ashe. Kebab sagten sie ist ihr Name? Sind sie verwandt mit Balki Kebab?“ Der Mann grinste leicht und nahm das Krankenblatt zur Hand: „Sozusagen, er war mein Vater.“
Daher die Ähnlichkeit.“, schoss es ihr durch den Kopf. „Wie geht es Geru, der Mann, der mit mir eingeliefert wurde?“, fragte sie hastig. „Alles langsam Frau... äh, ich meine Ashe. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut, er ist außer Lebensgefahr.“, antwortete er und ihr fiel irgendwie ein Stein vom Herzen. „Was ich aber viel beeindruckender finde, ist die Tatsache, dass sie fast keine Verletzungen erlitten haben. Ein paar Schürfwunden und eine Beule am Kopf ist alles. Sie hatten verdammt viel Glück. Ruhen sie sich aus, heute Nachmittag kommt die Polizei, sie will ihnen ein paar Fragen stellen.“
Ashe nickte nur und das reichte dem Doktor. Er drehte sich um und ging Richtung Schwesternstation. Seine Gedanken waren etwas durcheinander: „
Das ist also Squalls jüngstes Kind? Sie ist beeindruckend. Mhh, ich sollte mir einen Kaffee besorgen.“, dachte er vor sich hin, als er den Gang entlang ging und fast jemand anderen umrempelte. Dieser Typ schaute ihm nur böse hinterher, aber dann bewegte er sich in die Richtung von Ashes Zimmer. Er trat ungefragt ein und sprach sie an: „Guten Tag Frau Strife! Dr. Kebab hat mich gebeten, mich um sie zu kümmern, während er Visite hat. Ich denke ich gebe ihnen ein wenig Schmerzmittel gegen die Schmerzen. Sind sie damit einverstanden?“ Sie nickte nur und widmete sich dann wieder ihren Gedanken.

Währenddessen fiel Darus Kebab ein, dass er eine Krankenakte in Ashes Zimmer vergessen hatte. Er eilte schnell zurück und ging in das Zimmer. Plötzlich sah er den anderen Typen, wie er eine Spritze bereit machte: „

Was haben sie hier zu suchen?“ Der Mann grinste nur und zückte ein Messer aus seiner Tasche. Ashe konnte nicht mehr schnell genug reagieren und war nur Zuschauer.
Darus wich dem Messerstich aus und schlug mit seinem Ellenbogen in das Genick des anderen Mannes. Dieser sackte zusammen. Ashe schaute leicht geschockt zuerst zu dem Unbekannten, dann zu Darus: „
Ist er...“Nein, er schläft nur! Anscheinend haben sie ne Anziehung auf Unglück!“, sagte der Arzt, während er die Spritze dem Mann wegnahm und in seine Tasche steckte. „Geru hatte wohl Recht. Ich kann mich nicht ewig vor der Realität verstecken! Zwei Mordversuche innerhalb von 6 Stunden, das ist sicher ein neuer Weltrekord.“, sagte Ashe vor sich hin und stieg aus dem Bett.
Was machst du da Ashe? Du bist noch nicht völlig genesen!“, sagte Dr. Kebab besorgt. „Ist mir egal, wenn ich länger hier liegen bleibe, wird mich irgendwer umbringen. Außerdem brauch ich Antworten, Antworten die mir nur einer geben kann!“, sagte sie und ihre Augen hatten eine satte Farbe angenommen. Sie atmete zwar schneller, aber sonst wirkte sie so wie vorher. „Und wer wäre das?“, fragte Balkis Sohn neugierig. Er war noch immer etwas durch den Wind, denn Mordversuche geschahen in diesem Krankenhaus eigentlich nicht. Ashe schlüpfte in ihr Oberteil und richtete ihre Haare, dann schaute sie ihren Arzt wieder an: „Mein Vater!“

 

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